Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat heute Abend eine der härtesten Strafen der jüngeren Bundesliga-Geschichte verhängt: Borussia Mönchengladbachs Top-Stürmer und Publikumsliebling wird für vier Spiele gesperrt – und das nicht wegen einer Tätlichkeit oder groben Unsportlichkeit, sondern wegen nachgewiesenen sexuellen Fehlverhaltens.

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende November 2025 im Rahmen einer Mannschaftsfeier nach dem 3:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Laut offizieller Mitteilung der DFL und einem heute veröffentlichten Disziplinurteil hat der Spieler – ein 26-jähriger Angreifer mit internationaler Erfahrung und regelmäßiger Kandidat für die Nationalmannschaft – eine weibliche Servicekraft in einem Hotel in unangemessener Weise sexuell belästigt. Die betroffene Frau erstattete Anzeige, woraufhin die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ein Ermittlungsverfahren einleitete. Parallel leitete die DFL ein Sportgerichtsverfahren ein.
Das Urteil der DFL-Sportgerichtsbarkeit fiel heute einstimmig aus: vier Spiele Sperre plus eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Euro. Die Sperre gilt ab sofort und betrifft die Bundesliga-Partien gegen RB Leipzig (21.01.), den FC Augsburg (28.01.), den SC Freiburg (01.02.) sowie das Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern (04.02.). Der Spieler darf zudem bis auf Weiteres nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, solange die strafrechtlichen Ermittlungen laufen.
Borussia Mönchengladbach reagierte mit einer scharfen, aber knappen Stellungnahme:
„Borussia Mönchengladbach verurteilt das Verhalten unseres Spielers aufs Schärfste. Sexuelle Belästigung hat in unserem Verein, in der Bundesliga und in der Gesellschaft keinen Platz. Wir stehen voll und ganz hinter dem Opfer und unterstützen die Entscheidung der DFL. Der Spieler wurde mit sofortiger Wirkung vom Mannschaftstraining freigestellt. Weitere interne Konsequenzen werden geprüft. Wir bitten um Verständnis, dass wir zum laufenden Verfahren keine weiteren Details kommentieren.“
Trainer Gerardo Seoane, der erst im Sommer 2025 übernommen hat und den Verein aus der Abstiegszone in den gesicherten Mittelfeld-Bereich geführt hat, äußerte sich sichtlich betroffen:
„Was passiert ist, ist inakzeptabel – Punkt. Wir als Mannschaft und als Verein haben klare Werte. Respekt vor jedem Menschen steht an oberster Stelle. Das Urteil ist hart, aber es ist richtig. Jetzt müssen wir als Team zusammenrücken und die nächsten Wochen ohne unseren besten Torschützen meistern.“
Der betroffene Stürmer hat sich bislang nicht öffentlich geäußert. Sein Berater ließ über eine kurze Mitteilung verlauten, dass man das Urteil akzeptiere, aber eine Reduzierung der Sperre in der nächsten Instanz anstrebe. Eine Sperrung auf vier Spiele gilt in der Bundesliga als außergewöhnlich hart für einen „nicht gewalttätigen“ Vergehen – vergleichbare Fälle in der Vergangenheit endeten meist mit zwei bis drei Spielen plus Geldstrafe.
Sportlich trifft die Sperre die Fohlen-Elf zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Gladbach liegt aktuell auf Rang 8, nur vier Punkte hinter den internationalen Plätzen. Der Angriff war in dieser Saison ohnehin von Verletzungen geplagt – nun fehlt der torgefährlichste Mann für mindestens einen Monat. Gerüchte über eine vorzeitige Vertragsauflösung oder einen Transfer im Sommer machen bereits die Runde, wenngleich der Vertrag des Spielers bis 2028 läuft und eine hohe Ablösesumme beinhaltet.
In den sozialen Medien tobt die Debatte: Viele Fans und Kommentatoren begrüßen die harte Linie der DFL und des Vereins als wichtiges Signal gegen Sexismus im Profifußball. Andere kritisieren die Höhe der Strafe als „überzogen“ und fordern mehr Transparenz im Verfahren. Die betroffene Frau erhält breite Solidarität – zahlreiche Spielerinnen und Spielerinnen aus der Frauen-Bundesliga sowie Prominente äußern sich unterstützend.
Die DFL betonte in ihrer Pressemitteilung ausdrücklich:
„Sexuelle Übergriffe und Belästigungen verstoßen nicht nur gegen strafrechtliche Normen, sondern auch gegen die ethischen Grundsätze des organisierten Fußballs. Die verhängte Sperre soll abschreckend wirken und klarstellen: Solches Verhalten wird nicht toleriert – unabhängig von sportlichem Wert oder Prominenz.“
Die Geschichte ist hochbrisant und wird die Bundesliga noch Tage, wenn nicht Wochen beschäftigen. Borussia Mönchengladbach steht nun vor der Herausforderung, sportlich nicht einzubrechen und gleichzeitig den Imageschaden so gering wie möglich zu halten.
Weitere Entwicklungen – inklusive möglicher Berufung, strafrechtlicher Fortschritte und Reaktionen aus der Mannschaft – werden folgen.
