Der FC Union Berlin hat den Vertrag eines seiner wichtigsten Offensivspieler mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die dramatische Trennung erfolgte nach einem heftigen internen Streit, in dessen Verlauf der Stürmer Cheftrainer Steffen Baumgart verbal und persönlich beleidigte.

Mehrere vereinsnahe Quellen bestätigen, dass die Auseinandersetzung nach dem jüngsten 1:1-Unentschieden beim FC Augsburg eskalierte und sich bereits seit einigen Wochen zugespitzt hatte. Die Meinungsverschiedenheiten drehten sich demnach um taktische Anweisungen, die individuellen Rollen innerhalb von Baumgarts aggressivem Pressingsystem, die Spielzeitverteilung und unterschiedliche Ansichten zur Herangehensweise an bestimmte Spiele. Der dynamische Publikumsliebling, der für sein explosives Tempo, seine direkten Läufe, seinen eiskalten Torabschluss und seine Fähigkeit, Abwehrreihen zu knacken, gefeiert wurde, hatte sich in dieser Saison als Eckpfeiler des Union-Angriffs etabliert. Seine Tore und Vorlagen waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Köpenicker einen überraschend komfortablen Mittelfeldplatz erreichten und die meisten Prognosen vor Saisonbeginn, die einen Abstiegskampf vorausgesagt hatten, deutlich übertrafen.
Steffen Baumgart, dessen Vertragsverlängerung erst vor vier Tagen, am 14. Januar, öffentlich gefeiert wurde, wird weithin zugeschrieben, der Mannschaft Selbstvertrauen, Struktur und eine aggressive, offensive Spielweise verliehen zu haben. Der für seine Leidenschaft und seinen hohen Anspruch bekannte Stil des 54-Jährigen – oft mit lebhaften Anweisungen an der Seitenlinie und offenen Analysen nach dem Spiel – ist ein Markenzeichen seiner Trainerphilosophie. Diese Intensität hat die Mannschaft zwar beflügelt und zu denkwürdigen Erfolgen geführt, aber auch gelegentlich Spannungen ausgelöst, wenn unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallten.
Heute Abend veröffentlichte der Verein eine kurze, aber entschiedene offizielle Stellungnahme:
„1. Der FC Union Berlin und der Spieler haben heute einvernehmlich beschlossen, das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden. Die Entscheidung folgt einem klaren Verstoß gegen den internen Verhaltenskodex des Vereins, einschließlich verbaler Beleidigungen gegenüber unserem Cheftrainer. Respekt, Disziplin, Zusammenhalt und der berühmte Eiserne Geist sind die Grundlage all unseres Handelns bei Union. Wir werden bei diesen Werten keine Kompromisse eingehen. Der Verein konzentriert sich nun voll und ganz auf die verbleibenden Spiele der Saison 2025/26.“
Baumgart sprach heute Abend kurz vor dem Trainingsgelände mit den versammelten Reportern:
„Emotionen gehören zum Fußball – sie treiben uns an. Respekt ist aber unverhandelbar. Wir haben hier etwas ganz Besonderes geschaffen: ein echtes Team, eine echte Familie, eine klare Spielweise. Jeder muss das jeden Tag leben. Dieses Kapitel ist abgeschlossen. Jetzt blicken wir nach vorn – nur nach vorn.“
Der Zeitpunkt könnte für Union nicht ungünstiger sein. Nach der Winterpause und mit dem bereits laufenden Rückspiel hinterlässt der Verlust eines Stammspielers dieses Kalibers eine klaffende Lücke im Angriff. Die kommenden Spiele – darunter ein schwieriges Heimspiel gegen den formstarken VfB Stuttgart – erscheinen plötzlich deutlich herausfordernder. Die Reaktionen der Union-Fans in den sozialen Medien waren prompt und geteilt. Viele Anhänger unterstützten die entschlossene Haltung des Vereins und lobten Baumgarts Führungsqualitäten und den Erhalt des Teamgeists. Andere äußerten tiefe Enttäuschung über den Verlust einer so talentierten und beliebten Persönlichkeit mitten in der Saison und fragten sich, ob die Meinungsverschiedenheit nicht intern anders hätte beigelegt werden können.
Sportdirektor Horst Heldt telefoniert angeblich bereits, um vor dem Ende des Transferfensters im Januar kurzfristige Verstärkungen zu sichern. Über eine mögliche Ablösesumme, die Aktivierung einer Ausstiegsklausel oder den wahrscheinlichen nächsten Verein des Spielers wurde noch nichts bekannt gegeben. Erste Spekulationen bringen ihn jedoch mit mehreren Mittelfeldklubs der Bundesliga und Vereinen aus benachbarten Ligen in Verbindung. Union Berlin betont, der Transfer diene dazu, die unter Baumgart aufgebaute positive Dynamik zu bewahren – eine Dynamik, die dem Team durch Kampfgeist, Organisation und wichtige Aktionen der Einwechselspieler wertvolle Punkte eingebracht hat. Der Verein ist weiterhin entschlossen, die Saison stark zu beenden und die Erwartungen zu übertreffen. Weitere Details werden in den kommenden Tagen erwartet, darunter möglicherweise eine offizielle Stellungnahme des Spielers und weitere Einblicke der sportlichen Führung. Im Stadion An der Alten Försterei ist der Fokus nun klar: das Erreichte bewahren und weiterkämpfen.
